Kinder sind wie Farben auf einer Leinwand.

Für sich alleine strahlen sie schon, 

doch ihr Zusammenspiel ergibt das schönste Bild.

 

                                                                (Text von Höfling)

 

Stand: April 2016

 

Unser Konzept

 

1. Der Verein

Das Mütterzentrum Groß-Gerau „Tausendfüssler e.V.“ besteht mittlerweile seit 1996. Eine Elterninitiative brachte damals den Stein ins Rollen, um Kinder in Kontakt mit Gleichaltrigen zu bringen und gleichzeitig Eltern eine Verschnaufpause zu verschaffen oder ihnen die Möglichkeit zu bieten, zurück in ihren Beruf zu kehren. Zunächst gab es nur eine Gruppe mit zehn Kindern, die an zwei Vormittagen betreut wurde. Die Nachfrage wurde ständig größer und heute werden bis zu zwölf Kinder täglich von Montag bis Freitag betreut. Neben der Betreuung durch die Kinderkrippe werden Kurse und Beratungen angeboten. Zusätzlich führt der Verein Veranstaltungen und Feste durch, wie z.B. den Tag der offenen Tür, das Sommerfest, das Laternenfest oder die alljährliche Faschingsfeier für Kinder und Eltern.

 

 

 

2. Lage und Beschreibung der Kinderkrippe

Unsere Kinderkrippe liegt im Ortskern von Dornheim, Rheinstr. 10, Tel. 06152 / 9563372 (Kreis Groß-Gerau). Im Jahr 2009 wurden durch Umbau- und Renovierungsmaßnahmen die Räume einer 97 m2 großen Wohnung in einem Dreifamilienhaus so geschaffen, dass Kinder in einer harmonischen und familiären Atmosphäre adäquat betreut werden können. Die Räume sind lichtdurchflutet und so eingerichtet, dass sich die Kinder bei uns sehr wohl fühlen. Wir möchten ihnen eine positive und kindgerechte Umgebung bieten, um den vielen Erfahrungs- und Erforschungsmöglichkeiten, die sie für ihre Entwicklung benötigen, gerecht zu werden.

Zu unserer Einrichtung gehört ein großer Bewegungsraum, der gleichzeitig als Schlafstätte für die Kinder dient. Außerdem zwei Spielräume, eine Küche mit Essgelegenheit, ein großes Bad mit extra angefertigtem Wickeltisch sowie zwei kleine Kindertoiletten und Kinderwaschbecken. Ebenfalls für die Einrichtung nutzbar ist der Flurbereich.

Unsere Kinderkrippe verfügt außerdem über einen etwa 200 m2 großen Außenbereich, der jedem Wetter gerne genutzt wird. Der angelegte kleine Spielplatz mit großem Sandkasten, Rutsche und Schaukel bietet den Kindern abwechslungsreiche Spielmöglichkeiten. Das naheliegende Feld und die kleine Schafherde, die wir regelmäßig füttern, machen es uns möglich, immer in Kontakt mit der Natur zu sein und die jahreszeitlichen Veränderungen mitzuerleben.

 

 

 

3. Aufnahmekriterien

Unsere Krippe nimmt Kinder aus Groß-Gerau und deren Ortsteilen auf. Bei Kindern aus anderen Gemeinden bedarf es besonderer Regelungen und Gebühren. Die Kleinen sollten gleich nach der Geburt bei uns angemeldet werden, da die Plätze nach Warteliste verteilt werden und in deren Reihenfolge in die Gruppe aufgenommen werden. Dies gilt für Kinder vom vollendeten 1. Lebensjahr an. Kinder werden bis zum 3. Geburtstag betreut bis sie schließlich in einen Kindergarten wechseln. Eine Betreuung über den 3. Geburtstag ist nach Antragstellung mit Angabe von Gründen, die dies erfordern, möglich (z.B. Kindergartenplatz-Bereitstellung erst ab September, das Kind begeht im Juli seinen 3. Geburtstag).

Es gibt die Möglichkeit die Kinderkrippe 2-5 Tage, je nach Verfügbarkeit, zu nutzen; dabei haben 5-Tages-Kinder Vorrang bei der Belegung. Beim „Tag der offenen Tür“ oder an Infonachmittagen haben interessierte Eltern und Kinder die Gelegenheit, sich die Räumlichkeiten anzusehen und sich ausführlich bei uns zu informieren.

 

 

 

4. Gruppenstruktur

 

4.1 Die Kinder

In unserer Kinderkrippe werden insgesamt zwölf Kinder im Alter von 1-3 Jahren aufgenommen. Die Kinder werden jeden Morgen zwischen 7.30 und 8.30 Uhr gebracht und nachmittags zwischen 14.30 und 15.00 Uhr wieder abgeholt.

 

4.2 Das Personal

Derzeit arbeiten 5 pädagogische Fachkräfte, 2 Betreuerinnen sowie eine Köchin in unserer Einrichtung. Zeitweise beschäftigen wir auch Bundesfreiwilligendienstler und Praktikanten, die in ihrer Schulausbildung sind.

 

4.2.1 Qualitätssicherung

Die Qualität unserer Arbeit hat bei uns einen hohen Stellenwert. Aus diesem Grund ist es unserem Personal enorm wichtig, sich ständig weiterzubilden, was auch gerne genutzt wird. Durch regelmäßige Teamsitzungen, Fortbildungen und Fachliteratur wollen wir den Ansprüchen gerecht werden, um somit die Qualität unserer Arbeit zu sichern. Um unsere Konzeption auf den neusten Stand zu halten, findet jährlich ein Konzeptionstag statt. Regelmäßige Entwicklungsgespräche mit den Eltern über ihre Kinder ist zudem ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit.

 

 

 

5. Eingewöhnung der Kinder

Der Übergang von der Familie in eine noch fremde Kinderkrippe bedeutet für jedes Kind und auch für die Eltern eine große Herausforderung. Die Krippenzeit ist oft die erste längere Trennungserfahrung. Viele neue Eindrücke und Erfahrungen sind in den ersten Wochen von den Kindern zu bewältigen. Während sich manche Kinder leicht lösen, fällt die Trennung anderen sehr schwer. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, dass Kinder und Eltern sich bei uns wohlfühlen. Dies trägt entscheidend zur Umsetzung unserer Ziele bei, deshalb legen wir großen Wert auf eine individuelle Eingewöhnungszeit (angelehnt an das Berliner Eingewöhnungsmodell) entsprechend dem Bindungsverhalten des Kindes.

Nach dem Erstgespräch, das wir zeitnah zur Eingewöhnung mit den Eltern in der Krippe führen, lernen wir das Kind zum ersten Mal kennen. Es hat hierbei zum ersten Mal die Gelegenheit, sich mit der neuen Umgebung und der Bezugserzieherin vertraut zu machen.

 

Um die Trennungssituation für das Kind so behutsam wie möglich zu gestalten, ist die Eingewöhnung in Anwesenheit der Bezugsperson von besonderer Wichtigkeit. So kann sich das Kind - im Hintergrund Mutter oder Vater als eine „sichere Basis“ – mit der neuen Umgebung vertraut machen und somit eine tragfähige Beziehung zur Bezugserzieherin aufbauen. Die konkrete Dauer der Eingewöhnungszeit wird individuell, je nach Verhalten des Kindes, mit den Eltern abgesprochen und ist dann abgeschlossen, wenn sich das Kind von der Erzieherin trösten lässt.

Nach gelungener Eingewöhnung erfolgt ein Informationsaustausch mit den Eltern über die ersten Wochen des Kindes in der Krippe. Ein weiteres Entwicklungsgespräch erfolgt mit ca. zwei Jahren, in dem die Eltern über den derzeitigen Entwicklungsstand ihres Kindes informiert werden.
Auf Wunsch der Eltern kann auch ein Abschlussgespräch stattfinden, bevor die Kinder in den Kindergarten gehen.

 

 

 

Fünf Schritte bei der Eingewöhnung nach dem Berliner Eingewöhnungsmodell

 

1. Der erste Kontakt: Das Aufnahmegespräch

Das Aufnahmegespräch ist der erste ausführliche Kontakt zwischen Eltern und Bezugserzieher. Im Mittelpunkt steht dabei das Kind mit seinen Bedürfnissen und die Eingewöhnung des Kindes in die Krippengruppe.

 

2. Die dreitägige Grundphase

Ein Elternteil kommt drei Tage lang mit dem Kind in die Einrichtung, bleibt etwa eine Stunde und geht dann mit dem Kind wieder. In den ersten drei Tagen findet kein Trennungsversuch statt. Der Elternteil verhält sich passiv, schenkt aber dem Kind volle Aufmerksamkeit – der Elternteil als sichere Basis. Der Erzieher nimmt vorsichtig Kontakt auf und beobachtet die Situation.

 

3. Erster Trennungsversuch und vorläufiger Entscheidung über die Eingewöhnungsdauer:

Der Elternteil kommt am vierten Tag mit dem Kind in die Einrichtung, verabschiedet sich nach einigen Minuten und verlässt den Gruppenraum für etwa 30 Minuten, bleibt aber in der Nähe.

 

Variante  1:                                                                                       Variante 2:

Kind bleibt gelassen oder weint,                                                       Kind protestiert, weint und lässt sich von der

lässt sich aber von der Erzieherin trösten                                       Erzieherin auch nach einigen Minuten nicht

und beruhigen und findet nach kurzer Zeit                                      trösten bzw. fängt ohne ersichtlichen Grund       

in sein Spiel.                                                                                     wieder an zu weinen.

 

4. Stabilisierungsphase:

Kürzere Eingewöhnungszeit:                                                             Längere Eingewöhnungszeit:

5. + 6. Tag langsame Ausdehnung der Trennungszeit,                       5. + 6. Tag Stabilisierung der Beziehung zur

erste mögliche Beteiligung beim Füttern und Wickeln                      Erzieherin; erneuter Trennungsversuch frühstens

und Beobachtung der Reaktion des Kindes;                                       am 7. Tag; je nach Reaktion des Kindes

Elternteil bleibt in der Einrichtung.                                                 Ausdehnung der Trennungszeit oder längere

                                                                                                        Eingewöhnungszeit (2-3 Wochen).

 

5. Schlussphase

Der Elternteil hält sich nicht mehr in der Einrichtung auf, ist aber jederzeit erreichbar.

Die Eingewöhnung ist beendet, wenn sich das Kind von der Erzieherin trösten lässt.

 

 

 

6. Tagesablauf

6.1 Tagesablauf aus der Sicht des Erziehers

7.30 – 8.30 Uhr:     Ankunft – Begrüßung – kurzer Informationsaustausch („Tür-

                     und Angelgespräche“) mit den Eltern, Einbeziehung der Kinder in alle

                                   Alltagstätigkeiten wie z.B. Frühstück vorbereiten,

                                  Räume richten etc., Freispiel

9.00 – ca. 9.30 Uhr:   Morgenkreis, Planung des Tagesverlaufs,

                                  Rituale (Begrüßung, Lieder singen, tanzen)

9.30 – ca. 10.00 Uhr:  Hände waschen, gemeinsames Frühstück

10.00 – 11.00 Uhr:      Spiel- und Aktionszeit, Ausflüge mit dem

                                  Bollerwagen oder zu Fuß, spielen im Außenbereich

11.00 – 11.30 Uhr:       gemeinsames Aufräumen sowie pflegerische

                                  Tätigkeiten (wickeln, Hände waschen)

11.30 – 12.00 Uhr:      Hände waschen, gemeinsames Mittagessen

12.00 – 14.00 Uhr:     schlafen, je nach Bedürfnis des einzelnen Kindes.

                                       Sanftes wecken

14.00 – 14.30 Uhr:      pflegerische Tätigkeiten, Imbiss, Freispiel

14.00 – 15.00 Uhr:      gem. Ausklingen lassen, Abholung mit Rückmeldung, Verabschiedung

       

6.2 Tagesablauf aus der Sicht eines Kindes

Morgens um 7.30 Uhr bringt mein Papa mich, Anna, in die Krippe. Meistens bin ich die Erste. In der Küche duftet es schon lecker nach frisch getoastetem Brot, das Conny für das Frühstück vorbereitet. Toll ist auch, dass ich um diese Zeit alle Spielsachen und die Erzieherinnen für mich alleine habe. So, jetzt Küsschen, am Fenster winken und Tschüss, Papa.

Bis 8.30 Uhr kommen dann alle anderen Kinder an und wir machen unseren Morgenkreis im Bewegungsraum. Zuerst werden wir alle mit Namen begrüßt und die Erzieherin sagt uns, dass Martin heute leider nicht kommt, weil er Fieber hat. Jetzt singen wir unser Guten-Morgen-Lied. Am besten gefällt mir die Strophe mit dem Klatschen. Jetzt wünschen wir uns noch andere verschiedene Lieder. Moritz wünscht sich, wie fast jeden Tag, den Entenrap.
Zum Schluss besprechen wir noch, was wir heute morgen alles machen. Wir entscheiden uns für das Schafe füttern und Wettrennen machen.

Nach dem Morgenkreis, wenn wir unsere Teppiche wieder aufeinandergelegt haben und sie im Schrank verstaut wurden, gibt es endlich Frühstück. Gemeinsam rennen wir los zum Hände waschen. Jeder will der Erste sein. Die Wasserschlacht beginnt. Dann gibt es Frühstück. Ich hole meine Trinkflasche und suche mir einen Platz. Wenn alle Kinder sitzen, geben wir uns die Hände und sagen unseren Tischspruch. Upps- jetzt ist Maja ihre Flasche runtergefallen. Naja, nicht so schlimm, die Erzieherin wischt die kleine Pfütze weg. Jetzt geht’s los! Ich habe schon großen Hunger. Oh, lecker! Heute gibt es Frischkäsebrot, Fleischwurst, Obst, Rohkost und Gewürzgurken. Manchmal gibt es auch Müsli mit Milch. Zum Abschluss gibt es Marmeladenbrot – oh lecker!

Oh, Alexander ist schon fertig mit frühstücken. Er ist schon auf dem Weg zum Tisch mit den Korken. Die Erzieherin geht mit und stellt ihm alles was er benötigt bereit. Marco ist auch schon auf dem Weg. Er will bestimmt wieder den tollen, großen Schöpflöffel zum Korken umfüllen. Nach und nach sind alle fertig, bringen Teller und Flaschen weg und verteilen sich in den Räumen zum Spielen. Die Erzieherin ist gerade mit Fritz zum Wickeln gegangen. Tom spielt wieder mit der Autogarage. Ich gehe lieber zu Maja, die kocht gerade an unserem Herd einen Tee für die Erzieherin. Die jammert schon, ihr Bauch wäre voll genug, weil sie ihr schon vier Tassen Tee gekocht hat.

Eine Erzieherin ruft: „Anziehen, wir wollen die Schafe füttern gehen!“ Fritz rennt los und sitzt schon in der Ecke bei seinen Schuhen. Als alle angezogen sind, geht es nach draußen. Ich will lieber laufen, im Bollerwagen ist es mir heute zu voll.

Bei den Schafen angekommen steigen wir aus dem Wagen. Da kommen sie schon angerannt - die wissen wohl schon, dass wir trockenes Brot mitbringen. Lina knabbert zuerst mal selbst daran herum. Es ist gut, wenn wir erst einmal testen, ob es auch schmeckt. Die Schweine kommen auch näher. Bei einem anschließenden Spaziergang erforschen wir Natur und Umgebung. In der Krippe angekommen riechen wir schon bis in den Garten, dass die Köchin mit dem Kochen angefangen hat. Aber zuerst müssen wir erst mal hinein gehen: Schuhe aus, Jacke aus, etwas trinken, gewickelt werden oder auf die Toilette gehen.

Inzwischen werden unsere Betten hergerichtet. Ich bringe schon mein Kuscheltier in meine Box, in der auch mein Schlafsack ist. Uff - ich bin ganz schön müde. Hoffentlich gibt es bald essen. Nachdem wir uns alle die Hände an den kleinen Waschbecken gewaschen haben, geht es endlich los. Ich hole mir einen Teller und ein Glas. Moritz sitzt schon am Tisch und die Erzieherin bindet ihm das Lätzchen um. Nun sitzen alle. Wir reichen uns wieder die Hände und sagen unseren Tischspruch auf: „Piep Piep Mäuschen..“ Nun bringen uns die Erzieherinnen unser Essen. Oh die Suppe schmeckt aber lecker und das Brot mag ich auch. Was es wohl zum Nachtisch gibt? Auweia, Maja ist so K.O. dass sie sich schon Mund und Hände mit ihrem Tuch abwischt und sich auf dem Weg zum Schlafen macht. So, geschafft. Die Erzieherin hilft mir auf meine Matratze aus den Kleidern und in den Schlafsack. Jetzt noch die Rollläden zu, schlaft gut. Manche Kinder schnarchen ganz schön, aber dabei kann ich gut einschlafen. Eine Erzieherin bleibt während der Schlafenszeit immer bei uns, so sind wir nie alleine. Wenn ich später aufwache, bringt sie mich nach vorne. Eine andere Erzieherin hat schon den Snack gerichtet. Ich nasche ein paar Apfelstückchen und gehe mit Fritz noch mal zum Puppen spielen. Ausziehen kann ich die Puppe schon richtig gut. Und dann steht die Mama in der Tür. Maja wird gerade abgeholt und Tim sagt Tschüss zu den Erzieherinnen

 

 

 

7. Die Persönlichkeit des Kindes

Jedes Kind mit all seinen individuellen Bedürfnissen, Interessen, Stärken und Schwächen anzunehmen, ist uns ein besonderes Anliegen. Wir möchten es in seiner Entwicklung unterstützen und begleiten, damit es zu einem

  • mitbestimmenden und selbstbewussten
  • gemeinschaftsfähigen und solidarischen
  • handlungsfähigen und selbstständigen

Menschen heranwachsen kann.

Das Kleinkind weiß, was das Beste für es ist.

Lasst uns selbstverständlich

darüber wachen,

dass es keinen Schaden erleidet.

Aber statt es unsere Wege zu lehren,

lasst uns ihm Freiheit geben,

sein eigenes kleines Leben

nach seiner eigenen Weise zu leben.

Dann werden wir, wenn wir gut

beobachten,

vielleicht etwas über

die Wege der Kindheit lernen.“

                                          (Maria Montessori)

 

Jedes Kind durchlebt in den ersten Lebensjahren individuell stattfindende Entwicklungsschritte wie z.B. das Laufen lernen, Sauberkeit, das selbstständige Trinken aus dem eigenen Becher. Diese Schritte wollen wir mit unserem pädagogischen Handeln unterstützen und auch fördern.

 

7.1 Partizipation

Partizipation meint eine Mitsprache an Entscheidungen, wichtiges Ziel dabei: eigene Ideen, Wünsche und Bedürfnisse der Kinder wahrzunehmen und zu äußern. Die Kinder lernen die eigene Meinung zu vertreten und andere Meinungen zu akzeptieren. Deshalb legen wir darauf Wert, dass jedes Kind seinen Krippenalltag aktiv mitbestimmen und mitgestalten darf.

 

7.2 Spielen & Lernen / Spaß & Bewegung

Spielen ist für Kinder jeder Altersklasse von großer Bedeutung. Deren Konzentration und Ausdauer wird hierbei geschult, geistige und motorische Fähigkeiten bilden sich immer weiter aus.

Durch das Spiel miteinander erlernen die Kinder vielfältige Kompetenzen, die von unseren Mitarbeitern entsprechend gefördert und unterstützt werden:

  • Sozialverhalten
  • Rücksichtnahme gegenüber anderen Kindern
  • Selbstwahrnehmung/Selbsterfahrung
  • Selbstständigkeit
  • Kreativität
  • Willensstärke
  • Einfühlungsvermögen

Durch unseren großzügigen Spielbereich (drinnen als auch draußen) haben die Kinder genügend Möglichkeiten für das freie Spiel. Je nach Bedürfnis des Kindes nehmen unsere Erzieherinnen aktiv am Spielgeschehen teil, geben Anregungen oder ziehen sich beobachtend zurück.

 

7.3 Kreativität und Sinneswahrnehmung

Um die Kreativität unserer Kinder zu fördern, stehen ihnen jederzeit verschiedene Materialien wie z.B. Buntstifte, Kleister, Papier oder Knete zur Verfügung. Hier können die Kinder ihren Ideen freien Lauf lassen, Erfahrungen sammeln und somit auch ihre Motorik anregen. Zudem bieten wir den Kindern des Öfteren auch an, mit verschiedenen Farben zu malen. Das Malen mit z.B. Fingerfarbe ermöglicht den Kindern, mit allen Sinnen aktiv zu werden. Sehen, fühlen, riechen und gelegentlich auch schmecken. Die entstandenen Kunstwerke werden immer wieder in unserer Krippe aufgehängt und können von den Kindern sowie auch von den Eltern bestaunt werden.

Darüber hinaus bieten wir den Kindern gezielte Angebote an, die oftmals passend zur Jahreszeit ausgewählt werden. Hierzu zählen z.B. das Gestalten von Ostereiern, Fensterbilder für Weihnachten oder auch das Aushöhlen von Kürbissen zum Laternenfest.

Wir geben unseren Kindern außerdem die Möglichkeit mit Naturmaterialien wie z.B. Wasser oder Korken zu experimentieren. Mit unserem schönen großen Sandtisch, der abwechselnd mit Quarzsand oder Korken befüllt ist, werden ebenfalls die Sinne der Kinder geschult. Das Spielen im Sand stimuliert vor allem die Berührungssinne der Kinder und beruhigt gleichzeitig. Sie lernen somit die unterschiedlichen Eigenschaften des Sandes bzw. der Korken kennen (schöpfend, schüttend, gießend), sind sehr konzentriert und ausdauernd bei der Sache.

In den Sommermonaten haben die Kinder im Außenbereich die Möglichkeit, mit Wasser zu experimentieren, zu spielen und sich dabei zu erfrischen.

 

7.4 Begegnung mit der Natur

Um die Natur mit allen Sinnen erleben zu können, gehen wir mit unseren Kindern sehr häufig spazieren. Das nahegelegene Feld, der Bahnhof mit den vielen vorbeifahrenden Zügen, die Schafherde oder diverse Spielplätze geben uns die Möglichkeit, immer neue Dinge zu entdecken und zu erleben. Zudem liefert uns die Natur vielfältiges Spielmaterial, das Phantasie und Kreativität anregt.

„Gib einem kleinen Kind
einen dürren Ast
Es wird mit seiner Phantasie
Rosen daraus sprießen lassen.“

                                       (Jean Paul, 1763-1825)

 

In regelmäßigen Abständen versuchen wir die Kinder in unsere Einkäufe mit einzubeziehen. Maximal zwei Kinder haben die Möglichkeit, mit einer Mitarbeiterin zum nahegelegenen Bauernlädchen zu gehen, um frisches Obst oder Gemüse einzukaufen.

 

 

 

8. Essenssituation

Rituale und Situationen im Tagesablauf der Kinder sind von großer Bedeutung und vermitteln den Kindern einen immer wiederkehrenden Rhythmus. Die Kleinen lernen nicht nur Tischregeln, sie entwickeln mit der Zeit auch eine gewisse Selbstständigkeit wie z.B. das eigenständige Herbeibringen und wieder Wegstellen der Trinkbecher oder das Reinigen der Hände vor und nach dem Essen. Zudem ist es uns wichtig, dass die Kinder sich beim zweiten Nachschlag selbst das Essen auf den Teller nehmen, da dies ebenso die Selbstständigkeit fördert. Die gemeinsamen Mahlzeiten in der Krippe sind Rituale, bei denen eine gemeinschaftliche und kommunikationsfreudige Situation entsteht, die für die Kinder sehr wichtig ist. Sie ist aber gleichzeitig eine Sinneswahrnehmung von unterschiedlichen Geschmäckern sowie die Konsistenz der Mahlzeiten.

 

8.1 Das Frühstück

Das Frühstück wird jeden Morgen von einer unserer Mitarbeiterinnen frisch zubereitet. Dabei wird jeden Tag neu darauf geachtet, dass die Kinder eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung zu sich nehmen. Obst der Saison, Gewürzgurken oder Salatgurken sind ein täglicher Bestandteil unseres Frühstücks. Dazu reichen wir abwechselnd Toast, Brot, Laugenstangen und/oder Vollkornbrot mit diversen Aufstrichen, sowie Wurststücke oder Käsewürfel. Darüber hinaus haben die Kinder die Auswahl zwischen ungesüßtem Tee oder Wasser.

 

8.2 Das Mittagessen

Eine frisch zubereitete Mahlzeit hat für uns einen hohen Stellenwert. Aus diesem Grund kommt jeden Tag eine Köchin, die das Mittagessen, sowie einen leckeren Nachtisch für die Kinder zubereitet. Es wird ein wöchentlicher Essensplan erstellt, der bei uns in der Krippe aufgehängt wird, damit auch die Eltern sehen können, was ihre Kinder Leckeres zu sich nehmen. 1-2 Mal in der Woche steht auf dem Speiseplan eine Suppe, die aus saisonalem Gemüse gekocht wird, z.B. Spargelcremesuppe oder Kürbiscremesuppe. Natürlich haben „die Großen“ auch manchmal Extrawünsche (z.B. eine Pizza), was dann in Zusammenarbeit mit Köchin, Erzieher und Kinder eingekauft, vorbereitet und gebacken wird.

Nach dem Mittagsschlaf haben die Kinder erneut die Möglichkeit, einen kleinen Snack zu sich zu nehmen. Dieser Snack wird in Form von Gemüse, Obst oder auch Brotschnittchen serviert.

 

 

 

9. Schlafen

Für die Entwicklung des Kindes ist ausreichender Schlaf von hoher Bedeutung. Tageserlebnisse werden im Schlaf verarbeitet, das Wachstum gefördert,
neue Energien aufgetankt. Unsere Kinder schlafen in der Regel nach dem Mittagessen für ca. 2 Stunden. In unserem großen Bewegungsraum werden hierfür zwölf kleine Kindermatratzen nebeneinander gelegt. Jedes Kind hat hier seine eigene Matratze, die Betttücher werden wöchentlich gewechselt. Zusätzlich werden zwischen den Matratzen Stillkissen platziert, damit unsere Kinder genügend Platz haben und ungestört schlafen können. Mit vertrauten Gegenständen wie z.B. einem mitgebrachten Kuscheltier, können sich unsere Kinder ihren Schlafplatz noch gemütlicher gestalten.

 

Während der Schlafenszeit bleibt eine Erzieherin bei den Kindern, um diejenigen, die früher aufwachen, hinaus zu begleiten oder die Kinder, die unruhig schlafen zu beruhigen.

Während des gesamten Tagesablaufes haben alle Kinder die Möglichkeit, sich auszuruhen oder zu entspannen. Dies gilt vor allem für unsere Kleinen, die eventuell noch etwas mehr Schlaf benötigen.

 

 

 

10. Körperpflege

Durch Körperpflege lernt das Kind eine eigene Beziehung zu seinem Körper aufzubauen. Unseren Erzieherinnen ist es daher sehr wichtig, genügend Zeit zum Wickeln mit jedem Kind zu verbringen, denn nur so kann eine vertrauensvolle und stabile Beziehung zu sich selbst und der Erzieherin aufgebaut werden. Ebenso sollten die Kinder kommunikativ in den Wickelvorgang mit einbezogen werden, um die Körperwahrnehmung zu fördern. Unsere Kinder werden regelmäßig vor dem Mittagessen, sowie nach dem Mittagsschlaf von unseren Erzieherinnen gewickelt und selbstverständlich auch dann, wenn es uns für nötig erscheint.

Körperhygiene lassen wir in unseren Tagesablauf naturgemäß mit einfließen, somit wird z.B. das Händewaschen vor- und nach dem Essen zur Selbstverständlichkeit.

 

 

 

11. Krankheit

Kinder, die eine ansteckende Krankheit hatten, wie z.B. Magen-Darm-Infekt oder Fieber sollten noch einen Tag gesund zu Hause bleiben, bevor sie wieder am Krippenalltag teilnehmen, da sie und ihr Immunsystem ohnehin noch geschwächt sind. Zudem birgt ein zu frühes Bringen die Gefahr einer Folgeerkrankung oder auch eine Übertragung auf die anderen Kinder oder Erzieherinnen.

Bleibt ein Kind krankheitsbedingt zu Hause, sollten die Eltern uns rechtzeitig darüber informieren. Sollte ein Kind in der Krippe erkranken, rufen wir unverzüglich die Eltern an, damit es abgeholt werden kann.

Medikamente dürfen von unseren Erzieherinnen nicht verabreicht werden. Sollte ein Medikament durch die Anweisung des Arztes dringlich verabreicht werden müssen, ist dies nur durch schriftliche Verordnung des jeweiligen Arztes möglich. Diese Verordnung muss in der Krippe hinterlegt werden.

 

 

 

12. Zusammenarbeit mit den Eltern

Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Eltern ist uns besonders wichtig. Aus diesem Grund hat die tägliche Rückmeldung über den individuellen Tagesverlauf der Kinder einen hohen Stellenwert. Auch die typischen „Tür- und Angelgespräche“ ermöglichen es uns, wie auch den Eltern, Informationen auszutauschen. Diese sind wichtig, um auf individuelle Wünsche, Bedürfnisse und konstruktive Kritik eingehen zu können.

Zudem unterstützen uns die Eltern regelmäßig bei der Durchführung von Festen oder besonderen Anlässen, wie z.B. dem sogenannten Aktionstag, der ca. zweimal jährlich stattfindet. Hier werden in Zusammenarbeit mit den Eltern die Räumlichkeiten der Kinderkrippe sowie der Außenbereich gereinigt und hergerichtet, im Garten neue Spielgeräte montiert oder vorhandene repariert. Diese Kooperation schafft auf Dauer Sicherheit und Vertrauen im Umgang miteinander.

Die Grundzüge der Zusammenarbeit, wie auch im Anmeldevertrag der Kinder dargelegt, sehen vor, dass die Eltern monatlich zwei Kuchen (für festliche Anlässe) bereitstellen oder eine Arbeitsstunde (bei Aktionstagen mithelfen, bei Festen Kuchen verkaufen o.ä.) leisten. Ebenso wechseln sich die Eltern beim wöchentlichen Waschen der Krippenwäsche ab.

 

 

 

13. Ausblick und Weiterarbeit

 

Diese vorliegende Konzeption wurde im Mai 2011 erstellt und im Februar 2015, sowie im April 2016 überarbeitet.

 

Durch Veränderungen der Rahmenbedingungen und besonders durch die Weiterarbeit und Weiterentwicklung der pädagogischen Inhalte ist diese Konzeption immer wieder veränderbar.

 

Mütterzentrum Groß-Gerau

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